Welcher Song beschreibt unsere Gesellschaft am Besten?

Musik als Kommunikationsmittel

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Seit vielen Jahrhunderten macht die Menschheit Musik, seit langer Zeit singen wir Lieder. Seit genauso langer Zeit haben die Texte mit dem jeweiligen Kontext zu tun. Sie gehören zu den aktuellen Problemen der Gesellschaft, zu den aktuellen Fragestellungen, Regierungen, Kriegen, Krankheiten.

Jede Epoche hat also ihren Song, der die Umstände am Besten beschreibt, der die Situationen der Leute umschreibt und auf Probleme hinweist, die da sind.

Unsere Generation

Was beschreibt unsere Generation? Was macht uns aus? Was definiert unser Weltbild? Sind es die Unsicherheiten? Die Möglichkeiten, alles zu erreichen, aber keine Verbindlichkeiten eingehen zu wollen? Das, was wir suchen, ist die Erfüllung, die Erfüllung unserer Träume, wir sind nicht bereit, unser Leben zu opfern für die Karriere und wollen eine Work-Life-Balance erreichen, die auch tatsächlich als solche benannt werden kann. Wir versuchen nach höherem zu streben, wollen die Welt tatäschlich verändern, wollen erreichen, dass der Klimawandel stoppt, dass Gerechtigkeit Einzug hält, dass Tiere geschont werden, dass unser Leben besser wird. Dass die EU wächst, die Staaten verschmelzen, zusammen wachsen, sich nicht gegenseitig bedrohen und zu mehr einvernehmlichen Lösungen kommen. Dass Menschen sich vertragen, Brüder werden, so wie Beethoven es beschrieb. Dass wir kämpfen, dass nie wieder Krieg ist, dass unsere Kinder eine bessere Zukunft haben und weniger mit unsicheren Zeiten zu tun haben werden.

Wake up!

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Was passt besser zu einem solchen Lebensmotto als ein Hymne? Arcade Fire hat mit «Wake Up» so eine Hymne geschaffen: Episch, breit, instrumental. Mit einem Chor, grossen Worten. Dem Drang zur Präsenz. «We are just a million little gods causing rain storms, turning every good thing into rust.” – Wir sind nur eine Million kleiner Götter, die Regenstürme provozieren, welche alle guten Dinge rostig werden lassen. Nicht gerade die explizitesten Worte, die gewählt werden können, sondern eher subtil zwischen den Zeilen. Während amerikanische Bands hier die Offensive wählen und forsch voran schreiten, hat Arcade Fire hier den ruhigeren Approach gewählt, mit vielen instrumentalen Teilen, die aber nichts von ihrer motivierenden Wirkung eingebüsst haben, die genauso den Hörer mitreissen, wie direkte Anstachelungen. Eventuell sind sie sogar noch eindringlicher, denn die Melodie geht dem Hörer nicht aus dem Kopf und lässt ihn den Song wieder und wieder anhören.

Post Author: Timo Christian